Wozu benutze ich einen Tamper für meinen Espresso?

Intuitiv macht man vermutlich doch vieles richtig, wenn ich das Kaffeemehl mit einem Löffel im Siebträger glatt gestrichen habe. Profis schwören dagegen auf einen Metallstempel, den sogenannten Tamper.

Als ich mir kürzlich eine Espressomaschine gekauft und nach dem Auspacken das Zubehör sorgsam vor mir ausgebreitet habe, wunderte ich mich über ein kleines unscheinbares Teil ganz besonders.

Es handelte sich dabei um eine Art Löffel, an dessen einem Ende sich eine Mini-Kelle, an dem anderen eine dicke Scheibe befand.

Ungeduldig studierte ich die Bedienungsanleitung, um mich schlau zu machen, fand im ersten Schnelldurchlauf allerdings keinen Hinweis auf die Einsatzmöglichkeiten dieses irritierenden Utensils.

Wozu soll ich diesen Stempel beim Espresso verwenden?

Also rief ich meine Freundin an, die selbst stolze Besitzerin einer Siebträger-Kaffeemaschine ist. Sie fragte ich zum Verwendungszweck des „komischen Löffels“.

„Tampern“, lachte sie ins Telefon. Jetzt war ich um nichts klüger, sondern nur um einiges ratloser. Ich bat sie um eine etwas ausführlichere Erklärung. Vielleicht etwas zu gereizt, weil ich mich zu diesem Zeitpunkt bereits seit zwei Stunden im Vorfreude-Modus auf mein erstes Bohnengetränk aus der neuen Maschine freute.

Tamper als Kaffemehl-Stampfer für Espresso

Tamper als Kaffemehl-Stampfer für Espresso

„Du füllst das Kaffeepulver in das kleine Sieb. Und drückst es mit dem Espressostampfer, dem sogenannten Tamper – von dir auch als komischer Löffel bezeichnet – fest an. Erst dann hängst du das Sieb im Träger an die Maschine.“

Stirnrunzelnd drehte ich diesen sogenannten Tamper in meiner Hand um die eigene Achse und beäugte ihn misstrauisch.

„Aha“, antwortete ich, „Und wozu soll das gut sein?“

Meine Freundin seufzte ob meiner offensichtlichen Unwissenheit. „Damit verhinderst du, dass das Kaffeepulver während des Brühvorgangs aufgewirbelt wird. Wenn das passiert, wird dein im wahrsten Sinne des Wortes heiß geliebter Kaffee automatisch so schwach, wie du ihn garantiert nicht haben möchtest.“

„Das heißt, ich drück die Scheibe des Tampers auf das Pulver und drehe sie mehrmals!“, behaupte ich, stolz darauf, das System so rasch begriffen zu haben. „Nein!“, widerspricht meine Freundin.

„Drehen brauchst du den Tamper nicht. Wozu denn bitte? Das Pulver fest zusammendrücken, und das war’s!“

Belustigt frage ich: „Hast du schon jemals in einem Kaffeehaus einen Kellner tampern gesehen?“ „Witzbold! Bei den Espressomühlen neben großen Maschinen ist der Stempel eingebaut.“

Aufgeregt beginne ich nun, immer noch das Telefon am Ohr – nur für alle Fälle – mit den Vorbereitungen zum Kaffeebrühen.

„Fragst du noch, oder kochst du schon?“, scherzt meine Freundin, bevor ich mich grinsend verabschiede und danach mein neues Gerät in Betrieb nehme. Natürlich benutze ich auch den „komischen Löffel“, so wie erklärt – und der Kaffee schmeckt hervorragend!

Espressopulver im Siebträger mit Tamper-Stempel

Espressopulver im Siebträger mit Tamper-Stempel

Da mein Tamper als Zubehör bei der Kaffeemaschine jedoch aus Plastik ist, habe ich beschlossen, mir einen neuen, besseren zu kaufen.

Die Espresso-Tamper von zwei Firmen habe ich mir näher angesehen „Concept Art“ und „Motta“. Hier stelle ich meine Recherche-Ergebnisse kurz vor

Tamper von Concept Art

Hochwertige Qualität bietet beispielsweise die Firma „Conzept Art“, die seit 1996 edles und originelles Espresso- und Kaffeezubehör für Röstereien, Cafés und Besitzer von Siebträgermaschinen produziert.

Hier gibt es neben Tamper zum Beispiel Abschlagbehälter, Aufschäumkannen und spezielle Schablonen und Stifte für die künstlerische Gestaltung der Milchschaum- oder Crema-Oberflächen.

Mit der innovativen Tamper Knock-Base der Firma „Concept Art“, die aus hochwertigem Edelstahl hergestellt wurde und einen Durchmesser von 58 Millimeter aufweist, kann das am Rande befindliche Kaffeemehl in den Siebträger „geknockt“ werden. Dadurch wird verhindert, dass Pulverreste beim Eindrehen an der heißen Brühstation verbrennen.

Die Andruckplatten werden als „Base“ bezeichnet. Es gibt sie aus Aluminium und Edelstahl mit Durchmessern von 48 mm bis 58,5 mm.
Diverse einfache Bases existieren mit Durchmessern von 48 bis 57 Millimeter Durchmesser.

Diese Knock-Base passt auf verschiedenste Griffe, die das Unternehmen anbietet.

Besonders erlesen sind die Griffteile aus Edelholz:

  • in Natur aus Riegelahorn, Ahorn, Buche oder Nussbaum,
  • in Braun aus Palisander und
  • gestreift aus Zebrano sowie
  • in den Farben Cognac, Mocca Bordeaux aus Wurzelholz.

Diese hochwertigen und langlebigen Griffe werden einzeln gedrechselt, danach mehrfach geschliffen, lackiert und abschließend auf Hochglanz poliert. Die Form ist sehr ansprechend und liegt super gut in der Hand.

Wer es etwas poppiger mag, wählt den etwas dickeren Aluminium-Griff in Pink oder Knallrot, der auch in Weiß und Schwarz erhältlich ist.

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Weitere Griffe sind aus Ahorn, Buche oder Nussbaum gedrechselt und geölt. Das Verhältnis zwischen Gewicht und Grifflänge ist bei diesen Modellen sehr ausgewogen. Optisch wirken diese Tampergriffe einfach zeitlos und elegant.

Der Aluminium Tamper liegt leicht in der Hand und besticht durch sein geradliniges, zeitloses Design sowie die perfekte Passform.

Technic Tamper wie ein Drehmomentschlüssel

Und dann gibt es noch einen Griff, bei dem sich der Anpressdruck einstellen lässt. Ich muss also nicht mehr mit einer Waage üben, bis ich den richtigen Druck im Gefühl habe.

Das übernimmt eine Mechanik aus Federn, die sich zwischen 8 kg und 21 kg einstellen lässt. So bleibt das Ergebnis so konstant wie bei einem Drehmomentschlüssel, den wir alle vom Reifenwechseln beim Auto kennen. Dort geht es schließlich auch darum nicht zu viel Kraft zu entwickeln, weil sonst die Schrauben abreissen.

Dieses Schmuckstück ist in den Farben Silber, Aubergine, Rot und Schwarz erhältlich.

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Echten Profis, Kennern und Gourmets bietet die Firma „Concept Art“ den Knock-Tamper als Basis-Andruckplatte an.

An deren oberen Ende befindet sich ein Ring aus Silikon. Damit kann man seitlich gegen den Siebträger klopfen und muss nicht die Unterseite des Tampers nutzen. So entstehen garantiert keine Kratzer im Metall.

Barista-Tools der Firma Motta

Eine weitere Option ist die Firma „Motta“, die bereits seit 1967 bekannt ist für ihre hochwertigen Barista-Tools wie Andrückstation, Milchthermometer oder Kakaostreuer.

  • Flat Espresso Tamper
  • Easy Tamper
  • Klassik Tamper
  • Bubinga Tamper

Die Firma „Motta“ überzeugt beispielsweise mit dem stylishen Flat Espresso Tamper. Der ist in verschiedenen Durchmessern erhältlich und wird komplett aus glänzendem Edelstahl gefertigt.

Der Easy Tamper überzeugt ohne Schnörkel mit einer geradlinigen Formgebung, besitzt eine Edelstahlbase und einen Griff aus massivem Aluminium, das ebenfalls auch Hochglanz poliert wurde.

In verschiedenen Größen ist auch der Klassiker unter den Tampern der Firma „Motta“ erhältlich, der eine besonders ergonomische Form, eine plane oder konvexe Edelstahl-Base und einen rot, schwarz oder braun lackierten Holzgriff besitzt.

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Hierbei handelt es sich um den meistverkauften Tamper des Unternehmens, der sowohl für den Kaffeekenner zu Hause sowie für den Profi-Barista die erste Wahl darstellt.

Darüber hinaus existiert der besonders trendige Bubinga Tamper, der durch seinen hellbraun glänzenden Holzgriff besticht. Auch hier ist die Andruckplatte aus hochwertigem Edelstahl.

Wie verwenden Sie den Espresso-Tamper?

Also, was ich in der Zwischenzeit gelernt habe: das Espressopulver soll mit genau dem richtigen Anpressdruck im Siebträger verdichtet werden. Dadurch baut sich im Siebträger ein höherer Druck auf.

Das Kaffeemehl wird durch die glatte Oberfläche nicht so sehr durch den hohen Wasserdruck aufgewirbelt. So hat das heiße Wasser Bruchteile von Sekunden weniger Kontakt mit dem Espresso im Siebträger.

Und dadurch lösen sich die Aromen der Espresso-Bohne besser. Oder sagen wir definierter, mit gleichbleibendem Ergebnis.

Ich sage doch, die Espresso-Zubereitung kann man zur Wissenschaft machen 😉